Archiv für März 2011

Buch oder Hörspiel….?

Donnerstag, 31. März 2011

…ja das ist die Frage…aber ist das wirklich die Frage? Warum oder?

Es gibt Hörspielfans, die ausschließlich die Hörspiele hören, ebenso gibt es die Buchfreunde, die ausschließlich zum Buch greifen.

Ich bin mit den Hörspielen in den 80igern groß geworden und habe erst später zu den Büchern gegriffen und dabei festgestellt, wie viel Neues es noch zu entdecken gibt. An mein erstes ??? Hörspiel kann ich mich nicht mehr mit Bestimmtheit erinnern, an mein erstes Drei ??? Buch schon. Da ich die Hörspielabenteuer in und auswendig kannte, habe ich zielsicher nach der Buchfassung vom Super-Papagei gegriffen, in der Annahme es sei das erste Abenteuer von Justus, Peter und Bob. Erst später stellte sich raus, dass dem nicht so ist. Schon nach den ersten Kapiteln war ich positiv überrascht. Vieles kannte ich natürlich schon durch das Hörspiel, aber darüber hinaus gab es so viel neue Details zu entdecken, nicht zu vergessen Skinnys Auftritt, der in der ursprünglichen Hörspielfassung des Super-Papageien völlig fehlte. Von da an war ich nicht mehr zu bremsen und „verschlang“ einen Klassiker nach dem anderen. Besonders gut in Erinnerung sind mir dabei das Gespensterschloß und der Fluch des Rubins geblieben.  

Anfang der 90iger folgte eine längere Drei ??? Buch- und Hörspielpause. 1998 entdeckte ich die Hörspiele wieder. Ich war überrascht wie vertraut sich nach fast einem Jahrzehnt alles anhörte. Meine „Wiedereinstiegsfolge“ war das Hörspiel Musik des Teufels (bis heute eines meiner Lieblingshörspiele der Neuzeit). Okay die Titelmusik war anders, aber sonst? Justus und Peter klangen wie immer, lediglich Bobs Stimme hatte sich in meinen Ohren stark verändert. Schon nach dem ersten hören der Folge war die Begeisterung der Kindheit wieder da und die fehlenden Folgen wurden in kürzester Zeit auf Trödelmärkten, Online-Auktionshäusern oder beim Hörspiel-Händler meines Vertrauens nachgekauft. Nachdem ich Hörspieltechnisch wieder auf dem aktuellen Stand war, widmete ich mich intensiv den Büchern. Jeder Neuerscheinung fiebere ich seitdem entgegen und bin traurig, wenn ich den letzten neuen Band in den Händen halte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bis heute immer noch nicht alle Bücher der BJHW-Ära gelesen habe. 😉

Dadurch dass ich früher zuerst die Hörspiele und erst später die Bücher gelesen habe, hat dies ganz sicher dazu geführt, dass ich die ersten 45 Hörspielfolgen weniger kritisch betrachte, als spätere Hörspiele. Hinzu kommt, dass ich mit der „alten Musik“ von Carsten Bohn groß geworden bin, die für mich untrennbar mit den Klassiker-Hörspielen verbunden ist. Der Vorteil eines Hörspiels liegt für mich auch darin, dass man es, wenn  man es kennt, auch mal nebenbei hören kann. Als Kind habe ich meine Drei ??? Folgen x-Mal rauf und runter gehört, bis ich sie mitsprechen konnte. Das wird einem mit einem Buch eher nicht passieren. Ich war überrascht, wie gut meine Erinnerung funktionierte. Die Bilder, die ich beim hören der Hörspiele als Kind in meinem Kopf hatte, waren sofort wieder präsent, nachdem ich den ersten Klassiker nach Jahren wieder zum ersten Mal hörte. Genauso geht es mir beim lesen eines neuen Abenteuers. Ich habe beim lesen immer die Stimmen, der Sprecher im Kopf. Wie es irgendwann mal sein wird, sollte die Serie mit neuen Sprechern besetzt werden, mag ich mir lieber gar nicht ausdenken.

Heute lese ich grundsätzlich erst das Buch und anschließend höre ich das Hörspiel, was dazu führt das mir eher auffällt, was gekürzt wurde. Dadurch betrachte ich viele Hörspiele kritischer als früher. Gerade rückblickend bin ich der Meinung, dass sich Fans der Serie, die ausschließlich die Hörspiele hören und keine Bücher lesen, selbst berauben, da ihnen oft viel von der tatsächlichen Geschichte entgeht. Die Frage kann somit für mich nicht Buch oder Hörspiel sondern nur Buch UND Hörspiel heißen.